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Kircheninneres
Das Kircheninnere wird dominiert vom spätgotischen Kruzifixus (etwa 1520) am Altar, darüber das spätgotische Maschennetzgewölbe. Bis 1965 war der Chor mit einer barocken "Orgelempore" versehen. Unter dieser Empore war nach deren Gründung der Platz für die Kinder der Wilhelmspflege, eine Einrichtung der traditionsreichen Jugendpflege in Württemberg von 1841. Diese Empore wurde 1965 entfernt. Die Chorfenster erhielten 1965 durch W. D. Kohler eine neue Verglasung mit Szenen aus der Bibel. Die neue Orgel mit 25 Registern und 1756 Pfeifen wurde 1968 von der Firma Weigle, Echterdingen, eingebaut.
Der älteste namentlich bekannte Plieninger Pfarrer ist der "Presbyter Nordo" aus dem 12. Jahrhundert. Auf der Tafel links von der Kanzel sind die "Prediger der hiesigen Gemeinde seit der Reformation" aufgeführt, beginnend mit Martin Kraus 1535. In diesem Jahr wurde die Reformation in Plieningen eingeführt. Ein 1965 wieder freigelegtes Wandgemälde an der Südwand im Chor zeigt den Pfarrer Johann Jacob Linde (1670 - 1699 in Plieningen) mit seiner Familie. Die Schlusssteine des Chorgewölbes zeigen die Symbole der 4 Evangelisten (Matthäus: Engel - Markus: Löwe - Lukas: Stier - Johannes: Adler) sowie den Hl. Martin. Das Gewölbe ruht auf plastisch ausgestalteten Konsolsteinen: Engel mit den Marterwerkzeugen Jesu sowie den Wappen Württembergs und Bebenhausens. Besonders bemerkenswert ist der Schellennarr mit dem Dudelsack über der Sakristeitür. Das umlaufende Band zeigt die Inschrift "wer got und die Wappen recht erkent, der wird nit geschèt"(geschändet). Auf einer Konsole ist Abt des Klosters Bebenhausen, Bernhard Rockenbauch aus Magstadt dargestellt, der Auftraggeber des Chorbaus. Die Bronzeschale auf dem spätgotischen Taufsteins wurde von Ulrich Henn gestaltet: Auf Christus in seinen Tod getauft und mit ihm begraben werden die Getauften auch mit ihm in einem neuen Leben wandeln. (Röm6, 4.)
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