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Deutung der ReliefbilderEine Deutung der Reliefbilder nach Prälat D. Wolfgang Metzger "Die romanischen Reliefbilder an der Plieninger Martinskirche" Der Heilige und die Stifter (Nordseite) und das Gegenstück auf der Südseite: der Beginn des Kirchenbaus = der Steinmetz führt den Stiftungsbefehl aus. Der Akt der Besprengung mit dem Weihwedel (zweite Tafel Südseite), gelegentlich auch "ysopum" genannt - vgl. Ps.51, 9: "entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde." Am Baum der Weisheit (dritte Tafel), von ihr heißt es Spr.Sal.3, 18:"Sie ist ein Baum des Lebens allen, die sie ergreifen", links daneben ein Mann wohl in sakralem Gewand "mit Hängeärmeln.... einladend, segnend und Leben verheißend streckt er die Hände entgegen dem Menschen, der... in der Gottesfurcht die wahre Weisheit finden will." Der Mann und der Löwe (vierte Teafel, Südseite) ist David, der sich mit seiner Kraft rühmt (vgl. 1.Sam.17, 34f:"wenn ein Löwe kam ... so griff ich ihn beim Bart und schlug ihn tot"). Für den Kirchenbesucher "gibt es eine Kraft, die stärker ist als das am Weg lauernde Raubtier". Die Auferweckung des toten Sohnes der Witwe von Zarpath (1.Kön.17, 17ff.) besagt, dass im Raum der Kirche dem todverfallenen Menschen Leben zugesagt ist (fünfte Tafel). Den vier biblischen Bildern folgen vier mythologische Figuren: Die beiden lachenden Löwen stehen für Gegensatz und Versöhnung der Geschlechter = ein glückliches Paar. (sechste Tafel) Der Schuss auf den Riesenvogel ("der Plieninger Nachtkrab"): für den Christen ist die Welt des Hellsehens und der Wahrsagerei, der Schwarzen Magie und Zauberei vorbei. Der Kentaur und der Mensch : Der Christenmensch kämpft gegen Unbeherrschtheit, Brutalität und Zügellosigkeit des Mischwesens an (neunte Tafel Südseite) Simson und der Löwe (vgl. Richt.14, 7) soll darstellen: Christus hat in den Rachen der Todeswelt gegriffen und ihre Macht zerschmettert. (Mitte Nordseite) Die beiden letzten Bilder stellen kosmische Elementarmächte dar: Die Männleinsplastik (achte Tafel Südseite) ist ein Weitverbreitetes "Symbol einer Fruchtbarkeitsmacht für das Wachstum von Vieh und Getreide". Als "Wettergott" (vgl. "Donar" bei den Germanen) ist er Repräsentant des kosmischen Himmels. Die Sirene (verborgen unter dem Sakristeidach auf der Nordseite, 1966 entdeckt und fotografiert von Gipsermeister und KGR Albert Herre) ist das weibliche Gegenstück zur Männleins-Plastik. Ein doppelschwänziges Mischgebilde aus Mensch und Fisch ist Symbol der Erde. Mit Männlein und Sirene werden die Elementarmächte Himmel und Erde der Herrschaft des Christus Pantokrator untergeordnet.
Photo: Copyright TY-OERNY |
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